Was ist Wahrheit ?

Veröffentlicht am 23. Januar 2026 um 18:01

Diese Frage stellte bereits Pontius Pilatus, als er von Jesus wissen wollte, warum er verhaftet und wofür er angeklagt wurde. Jesus sagte zuvor zu Pilatus, dass Er dazu geboren und in die Welt gekommen sei, dass Er die Wahrheit bezeuge und wer aus der Wahrheit ist, der hört Seine Stimme. (Joh.18,33-38) Welche Bibelstellen geben uns Aufschluss auf die Frage "Was ist Wahrheit" ?

Einige Bibelstellen definieren, was Wahrheit ist, andere Verse erklären uns, was Sünde ist. Da der Vater der Sünde (Satan) auch der Vater der Lüge ist, können wir schlussfolgern, dass Wahrheit das Gegenteil von Lüge ist. Natürlich. Aber wo beginnt Lüge bzw. Sünde? 

 

- Psalm 119, 142 sagt  "Deine Gerechtigkeit ist eine ewige Gerechtigkeit, und dein Gesetz ist Wahrheit." Dies bedeutet, dass Gottes ewiges Gesetz, die 10 Gebote, Wahrheit sind.

- Joh.14,6 beschreibt Jesus als die Wahrheit: "Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich."

- Joh.17,17: "Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit." Gottes Wort, die Bibel, wird auch als Wahrheit bezeichnet. 

 

Hier haben wir 3 Definitionen von Wahrheit in der Bibel. Die 10 Gebote (Gesetz), Jesus selbst und sein Wort (Bibel). Da Jesus Gott ist, sein Wesen seinem Willen entspricht und er uns seinen Willen in seinem Gesetz offenbart hat (das Jesus während seiner Erdenzeit auch vollkommen befolgte) können wir ableiten, dass Jesus = Gott = sein Charakter = sein Gesetz ist.

 

Das Übertreten des Gesetzes Gottes ist demnach Sünde.

Durch sein Gesetz, das Satan vor der Weltschaffung kritisiert und verworfen hat, garantiert Gott eine geordnete Gesellschaft, in der es gegenseitigen Respekt für alle gibt. Durch sein Gesetz zeigt uns Gott, wie sein Wesen ist, nämlich gut, gerecht und heilig (Psalm 7,12, Psalm 145,17, Römer 7,12). Durch sein Gesetz hat Gott einen ewigen und für alle gültigen Maßstab geschaffen. 

 

Gott war damit von Anfang an offen und ehrlich. Er sagt: "An dem Tag, an dem du davon isst, wirst du sicherlich sterben." (1.Mose 3,3)  Als er den Menschen schuf, stellte er ihn  unter ein Gesetz, unter eine Rechtsprechung. Gott sagte zu Adam und Eva: "An dem Tag, an dem du eine Übertretung begehst, verwirkst du das Recht auf Leben. Ich überlasse dir die Entscheidung." Denn für Gott ist Entscheidungsfreiheit existenziell. Leben ist also an Bedingungen geknüpft. Diese Bedingungen sind in der Herrschaft und den Forderungen Gottes, den 10 Geboten zusammengefasst.

 

An dieser Stelle möchte ich einen Gedanken teilen, dem ich während meiner persönlichen Suche nach der Wahrheit nachging. "Wie sähe eine Welt aus, in der sich alle Menschen an die 10 Gebote halten würden?" Dies bedeute, dass es kein Leid, kein Schmerz, kein Geschrei und keinen Tod mehr geben würde. Genauso eine Welt hat Gott ursprünglich geschaffen und für uns Menschen vorgesehen. Eine Welt, in der es "nur einen" Gott gibt, "nur einen" Gottesdienst "an einem gemeinsamen" Anbetungstag, keine starren Götzenbilder aus Holz und Stein, nur einen persönlichen Gott der Liebe, zu dem man jederzeit gehen kann. Es wäre eine Welt, in der es weder Lügen, Ignoranz, Gleichgültigkeit, Mord, Ehebruch, Verrat, Neid oder Diebstahl/Raub geben würde. Stattdessen würden alle in Frieden, Harmonie, Einklang, Liebe und Demut zueinander leben und voneinander profitieren, miteinander wachsen und sich gegenseitig ehren. Vielleicht ist das kein erstrebenswertes Ziel mehr in einer von Versuchungen, Reizen und Perversionen durchzogenen Welt, aber für mich hört sich das nach dem Paradies an. Was denkst du darüber?

 

Beschäftigen wir uns weiter mit dem Wort Gottes, dann erkennen wir im Handeln Gottes und im Leben Jesu, wie diese Gebote angewendet werden. Durch die biblischen Geschichten können wir als Leser ausmachen, was Gottes Wille ist und wovor er uns bewahren möchte. Denn die Übertretung des Gesetzes ist Sünde (1.Joh.3,4) und der Sünde Sold ist immer der Tod (Röm.6,23). Durch sein eigenes gehorsames Leben gab uns Christus die Schablone eines vollkommenen Lebenswandels, den er für uns vorgesehen hat. Er ist unser Vorbild in allem (Phil.2,5-11), wir sind seine Nachfolger. Er gilt als das ideale Vorbild, dessen Leben, Taten und Haltung Maßstäbe für Nächstenliebe, Demut, Gehorsam gegenüber Gott und Mitgefühl setzen. Er lebte ein Leben der Hingabe, diente den Schwachen und Ausgegrenzten und lehrte durch sein Beispiel, wie man Liebe und göttliche Tugenden in die Tat umsetzt.

 

Im AT bestand der Alte Bund, der durch Vorschatten aufrecht erhalten wurde und im Zeremonialgesetz seine Erfüllung fand. Im AT wurde Sünde wurde direkt bestraft. Sünde erforderte auch Tieropfer. Doch im NT schloss Gott mit den Menschen durch Jesus Christus einen neuen Bund. Durch das Leben, den Tod und die Auferstehung Jesu, sogar durch seinen Mittlerdienst im Himmlischen Heiligtum bis heute (Hebr.4,15), fand die alte Ordnung seine Erfüllung. Seitdem der Vorhang im Tempel zerriss (Mt.27,51), waren keine Opfertiere mehr notwendig. Die Vorschatten waren abgelöst durch das eigentliche Opfer, Jesus Christus (Hebr.9,12 und Hebr.10,10-14) 

 

Jesus prangerte die selbst gemachten Regeln der Rabbiner seinerzeit an. Ein Beispiel: Neben den Anweisungen Moses´ zum Halten des Sabbats, auferlegten die Pharisäer den Menschen über 60 weitere, selbst erfundene Satzungen (Melachot). Jesus kritisierte menschliche Satzungen vor allem, wenn sie Gottes Gebote zugunsten ritueller Kleinigkeiten und äußerlicher Frömmigkeit verdrängten. Zentral ist Markus 7,6-8, wo er den Pharisäern vorwirft, menschliche Überlieferungen über Gottes Gebote zu stellen. Jesus entlarvt das Grundproblem, dass die Befolgung von Traditionen (z.B. Händewaschen vor dem Essen) zu einem Mangel an innerer Reinheit führt, während das Gebot Gottes vernachlässigt wird. Er, der seine Gebote mit dem Finger in Stein schrieb, kritisierte nicht eins seiner eigenen Gebote, noch löste er eins davon auf. Er hob hervor, dass er das Gesetz nicht aufzuheben, sondern zu erfüllen kam (Matthäus 5,17), wobei er den Fokus von der bloßen (lieblosen) Gesetzeserfüllung auf die Herzenshaltung verlagerte.

 

Fazit:

Wir können, wenn wir im Glauben wandeln, Jesus, seinem Wort und seinen Geboten vertrauen, dass sie die absolute Wahrheit sind. Im Glauben können wir so immer mehr erkennen, wie Gott ist und wie sein Plan für uns aussieht. Wir dürfen erfahren, wie unser eigenes Leben und das Miteinander aussehen soll, welche Charaktereigenschaften wir entwickeln und welche wir aufgeben sollen (Heiligung).